
Die Abteilung für Nuklearmedizin wurde bereits 1969 eingerichtet und seitdem laufend modernisiert. Sie verfügt über eine moderne Doppelkopf-Gamma-Kamera mit Ring-Gantry der neuesten Generation (ADAC Vertex) mit der Möglichkeit der SPECT (Single-Photonen-Emissions-Computertomographie), einem nuklearmedizinischen Verfahren der dreidimensionalen Schnittbilddiagnostik.
Nuklearmedizinische Untersuchungen von Organsystemen haben in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen, da sie die Möglichkeit von Funktions- und Stoffwechselstudien bieten. Im Rahmen der Myokardszintigraphie besteht zusätzlich die Möglichkeit der Gated-Myocardial-SPECT, einem Untersuchungsverfahren, welches neben der nicht-invasiven Darstellung der Durchblutung des Herzmuskels die Berechnung der regionalen und globalen Funktion des Herzens ermöglicht (z.B. bei Zustand nach Herzinfarkt).
Neben der szintigraphischen Untersuchung des Herzens liegen weitere Schwerpunkte im Bereich der Skelett- und Schilddrüsendiagnostik (3-Phasen Skelettszintigraphie und Schilddrüsenszintigraphie). Selbstverständlich stehen auch viele weitere nuklearmedizinischen Untersuchungsverfahren zur Verfügung, z.B. Nierenfunktionsszintigraphie, Lungenperfusionsuntersuchungen, Hirn-SPECT etc.
Zusätzlich zur Diagnostik bieten wir für unsere Patienten als wichtigen Teil der Nuklearmedizin die Möglichkeit der schmerzfreien Behandlung verschiedener Erkrankungen. Bei entzündlichen Gelenkerkrankungen führen wir die Radiosynoviorthese, bei der Bechterew-Erkrankung die Radium-Therapie durch. Bei schmerzhaften Knochenmetastasen besteht die Möglichkeit zur nuklearmedizinischen Schmerztherapie mit Samarium oder Rhenium.
Der Strahlenschutz spielt eine besonders wichtige Rolle in der Nuklearmedizin. Durch die aktuellen Verfahren und spezialisierten Geräte sind heute eine geringe Strahlenexposition und kurze Untersuchungszeiten möglich. Die Strahlenbelastung ist in der Regel niedriger als bei Röntgenuntersuchungen.